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VGH Stiftung
Preisträger 2008
 

Aus den zahlreichen, spannenden Bewerbungen dieses Jahres hat die Jury sechs Preisträger ausgewählt. Je 3.500 Euro stehen ihnen zur Realisierung ihrer Vorhaben zur Verfügung. Die Preise werden den Museen vor Ort in einer kleinen Feierstunde durch die jeweiligen Regionaldirektoren, die Historischen Landschaften und die VGH-Stiftung übergeben. Innerhalb eines halben Jahres nach Preisübergabe sollen die Vorhaben umgesetzt und, zur Anregung auch für andere Museen, unter www.vgh-stiftung.de ins Internet eingestellt werden.

Das Alte Zollhaus Hitzacker

Mit seinem Forschungsvorhaben „Die Elbe trennt – die Elbe verbindet“ gibt das Das Alte Zollhaus Hitzacker Schülern Einblick in die schwierige politische Grenzsituation an der Elbe vor 40 Jahren. Welche natürlichen Grenzen der Fluss setzt, erfahren sie bei der wöchentlichen Festlegung der Fahrrinne des hier immer wieder versandenden Teils des Flussbettes.
Mit dem Vermessungsschiff „Kugelbake“ geht’s hinaus auf die Elbe, wo mit Hilfe eines Echolots das Flussbett „ausgepeilt“ wird. Wahre Sandgebirge verhindern hier manchmal die Durchfahrt für Schiffe, sodass nur ein Bagger Abhilfe schaffen kann. Wie die Sandberge entstehen und wie man sie verhindern kann, erfahren die Schüler beim Experiment am selbstgebauten Modell der Elbe. Über Archivmaterial und Gespräche mit Zeitzeugen erkunden sie die „Kalte Kriegssituation“ vor 40 Jahren. Die Ergebnisse fließen in das Strategiespiel „Ost“ und „West“ ein, das den Streit um den Grenzverlauf und seine Auswirkungen nachvollziehbar macht.
Schüler finden hier auf spielerische Art Anleitung zur zeitgeschichtlichen und naturwissenschaftlichen Forschung und erfahren etwas über ihre jüngste Geschichte.

Deutsches Pferdemuseum Verden

„Lernzirkel Mensch und Pferd“ lautet der Titel des Projekts, mit dem das Deutsche Pferdemuseum Verden Schülern der Mittelstufe die biologischen Unter schiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Pferd vermitteln will.
Wie nehmen Pferde im Vergleich zu Menschen ihre Umgebung wahr? Können Sie eine Fliege auf ihrer Nase sehen? Wo gibt es Gemeinsamkeiten im Grundbauplan des Skeletts von Mensch und Pferd? Eine fachkundige Einführung erleichtert den Schülern die eigenständige Erarbeitung unterschiedlicher Themenschwerpunkte. Anhand von Arbeitsblättern werden Versuche an verschiedenen Experimentierstationen durchgeführt, durch Anfassen, Ausprobieren und Dokumentieren der eigenen Beobachtungen Unterrichtsinhalte erschlossen.
Durch den „Lernzirkel Mensch und Pferd“ wird der Zugang zum wissenschaftlichen Arbeiten erleichtert und Wissen nachhaltig verankert.

Museum Nienburg

Ein Museum ist ein Ort vielfältiger Berufe. Diese Erfahrung machen Schüler ab der 5. Klasse, die an dem Projekt des Museums Nienburg „Schüler erkunden die Arbeitsplätze des Museums“ teilnehmen.
Geahnt hat man es ja, dass es im Museum nicht nur das Kassenpersonal und die Aufsichtskräfte gibt, sondern dass da noch etwas „hinter den Kulissen“ passiert. Denn wer stellt das Exponat in die Vitrine? Wer schreibt den Text, und wie kommen all’ die schönen Stücke ins Museum? Auf ihrer Erkundungstour durch das Haus besuchen die Schüler Büros, Bibliothek und Archiv. In Werkstatt und Garten dürfen sie sogar selbst mit Hand anlegen und stellen fest, dass viele Arbeiten von Fremdfirmen wie Transportunternehmen und Restaurierungswerkstätten geleistet werden. Der Museumsleiter schließlich macht deutlich, dass das Museum ein Ort ist, wo Kommunikationsfähigkeit, Geduld und Individualität gefragt sind.
Bei der abschließenden Dokumentation und Präsentation ihrer Erfahrungen in Schule und Museum haben Schüler etwas über wissenschaftliches Arbeiten und die Kernaufgaben eines Museums gelernt.

Naturmuseum Lüneburg

„Fütterung der Vögel im Winter – eine Hilfe mit Risiken und Nebenwirkungen?“ fragt das Naturmuseum Lüneburg Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren.
Trägt die Winterfütterung der Vögel zur Erhaltung der Artenvielfalt bei, oder schadet sie womöglich? Woher stammen die Vogelfuttermischungen, die im Supermarkt angeboten werden? Welche schädlichen, vielleicht sogar allergenen Pflanzensamen sind außer den auf der Packung genannten enthalten? Sind die nicht heimischen Arten keimfähig und können sie sich bei uns ausbreiten? Eigenständig sollen Kinder Antworten auf diese Fragen finden. Hilfe bietet das Internet, aber auch die Nachfrage bei Fachleuten und Lieferfirmen. Praktische Versuche geben Aufschluss über die Lebensfähigkeit der Samen. Die Ergebnisse ihrer Forschungen präsentieren und erläutern die Schüler an „offenen Sonntagen“ im Museum.
Das Projekt regt Kinder zum naturwissenschaftlichen Forschen an und kann der experimentellen Ergänzung des Biologieunterrichts dienen.

Ostfriesisches Landesmuseum Emden

Unter dem Titel
www.mein-menschenbild.de fordert das Ostfriesische Landesmuseum Emden Jugendliche ab 14 Jahren auf, sich zu je einem Porträt der Gemäldesammlung des Museums ihr eigenes Bild zu machen und es auf einer digitalen Homepage vorzustellen.
An „gestandenen“ Persönlichkeiten mangelt es nicht in der Gemäldesammlung. Schwieriger ist es schon, etwas über das Leben und Wirken der Abgebildeten zu erfahren. Biografien und andere Zeitzeugen helfen bei der Recherche der Hintergründe. Bei der künstlerischen Gestaltung der Homepage mit Texten und Fotos tauchen Fragen auf: Was darf ich mitteilen? Wie präsentiere ich die Person im Netz, und wie weit darf ich dabei gehen? In neuer, zeitgemäßer Form präsentiert sich die virtuelle Porträtsammlung abschließend im Internet.
Über die intensive Auseinandersetzung mit historischen Persönlichkeiten, die Vorbildcharakter haben, und dem Medium Internet werden eigene Normen und Wertvorstellungen bewusst oder unbewusst eingebracht und weiterentwickelt. Jugendliche erfahren so etwas über sich und ihre Lebensziele.

Städtische Galerie Wolfsburg

„70 X 70“, so der knappe Titel des Projekts der Städtischen Galerie Wolfsburg, mit dem sich das Museum an Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren wendet. Sie sind aufgerufen, zum 70-jährigen Wolfsburger Stadtjubiläum 70 verschiedene Postkarten mit Ansichten ihrer Stadt zu gestalten.
An Motiven mangelt es nicht, denn jeder Teilnehmer hat wohl seinen Lieblingsplatz in „seiner“ Stadt oder einen Stadtteil, den er immer schon einmal kennenlernen wollte. Die Gestaltung der Postkarten stellt sich da schon etwas schwieriger dar. Neben fachlicher Hilfestellung gibt die Kunstsammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg Anregungen. Aufnahmen des Fotografen Heinrich Heidersberger oder Visionen der Stadt Wolfsburg von Künstlern wie Thomas Huber oder Werner Heldt regen die Phantasie an. Die gedruckten Postkarten der Kinder sollen in Museen und an anderen Orten in Wolfsburg angeboten werden.
Kinder und Jugendliche, insbesondere mit Migrationshintergrund, erhalten mit diesem Projekt die Möglichkeit, sich intensiv mit ihrer Stadt vertraut zu machen und sich mit den Positionen von Künstlern auseinander zu setzen.

Bildnachweis:
Titelfoto: Rolf Erbguth
Das Alte Zollhaus Hitzacker: Andreas Schwedt
Deutsches Pferdemuseum e.V., Verden: Katja Mense-Seerich
Museum Nienburg/Weser: Archiv Museum
Naturmuseum Lüneburg: Rolf Erbguth
Ostfriesisches Landesmuseum Emden: Rolf Brandes
Städtische Galerie Wolfsburg: Archiv Museum

 
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Flyer zum Förderpreis Museumspädagogik 2008

Projektbeschreibung
Das Alte Zollhaus Hitzacker

Projektbeschreibung
Deutsches Pferdemuseum Verden

Projektbeschreibung
Museum Nienburg

Projektbeschreibung
Naturmuseum Lüneburg

Projektbeschreibung
Ostfriesisches Landesmuseum Emden

Projektbeschreibung
Städtische Galerie Wolfsburg