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VGH Stiftung
Preisträger 2011
 

Sechs Museen werden in diesem Jahr ausgezeichnet. Nach nunmehr 10 Jahren des Förderpreises Museumspädagogik, den die VGH-Stiftung im Jahr 2000 ins Leben gerufen hat, konnten insgesamt 58 außergewöhnliche Vorhaben in Niedersachsen und Bremen mit Hilfe des Preisgeldes umgesetzt werden.
Der Förderpreis Museumspädagogik hat bewiesen: Die Innovationskraft ist in den Museen vorhanden, viele Einrichtungen entwickeln zur Gewinnung neuer Besuchergruppen reizvolle Projekte, die den Besucher ins Museum locken und somit die Anziehungskraft des Museums erhöhen.

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, Sögel

Viele Museen möchten gerne mehr Kinder und Jugendliche ansprechen und ihnen den Weg ins Museum weisen. Hinter dem spannenden Projekttitel „Barocke Storys und bewegte Bilder“ verbirgt sich eine solche Ansprache des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth in Sögel.
Jugendliche der 6. und 10. Klassen erstellen mithilfe von Digitalkameras und Webcams eigene Trickfilme, die Bezug auf das Schloss Clemenswerth und seine Gesichte nehmen. Fragestellungen, wie eine Schleppjagd ablief oder welche Probleme sich ergaben, als Kurfürst Clemens August auf seiner Teichanlage mit einer 12 Meter langen Segelyacht auf Entenjagd gehen wollte, können im Trickfilm innovativ behandelt werden. Schulsystemübergreifend und offen für viele Klassenjahrgänge fördert das Filmprojekt die Kreativität, Medien- sowie Sozialkompetenz der beteiligten Schüler.
Gleichzeitig zeigt es die Perspektive der Jugendlichen auf das Museum und ebnet anderen Schülern den Weg ins Museum. Die hergestellten Filme werden auf die Website des Museums gestellt und sind jederzeit abrufbar.

Focke-Museum Bremen

Die Herstellung eines Museums-Clips durch Schüler der Gesamtschule Bremen-Ost als Werbung für das Focke-Museum Bremen und für die Schulen im Stadtstaat ist Ziel des Projektes „Jugendliche filmen das Focke-Museum“.
„Wie erleben 14jährige das Focke-Museum heute?“ lautet die Fragestellung des Filmprojektes. Die Antwort auf diese Frage spiegelt die Sichtweise der Jugendlichen. Sie kann dokumentarischen Charakter haben, Spielszenen enthalten oder einfach nur ein Blick hinter die Kulissen des Museums sein. Die Jugendlichen der 8. Klasse der Gesamtschule Bremen-Ost inszenieren und produzieren den Film unter professioneller Anleitung in eigener Regie. Sie selbst wählen die Themen aus, die ihnen wichtig sind – von der Stadtgeschichte, über das Schaumagazin bis zu den bäuerlichen Häusern und der Frühgeschichte. Was ist interessant, spannend, aber auch langweilig im Museum?
Dieses Schul- und Migrationsprojekt des Focke-Museum zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, Jugendliche an der Vermittlungsarbeit des Museums teilhaben zu lassen und trägt nachhaltig dazu bei, junge Besucher für das Museum zu gewinnen.

Borkum, Heimatmuseum „Dykhus“

„Mit Roelof Gerritz Meyer – up de Walvis“ heißt das Vorhaben des Heimatmuseums Borkum in Kooperation mit der Grundschule, das anhand der Biografie des Walfängers Roelof Gerritz Meyer das Thema Walfang kritisch thematisiert. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Sammlung des Museums und das Stöbern in Archiv des Museums fördern den Zugang zur Vergangenheit des Insellebens und zum Museum selbst.
Die Arbeitsergebnisse der Recherche zum Thema Walfang, Wale und das Leben auf der Insel während der Walfängerzeit im 18. Jahrhundert soll von den Schülern der 4. Klasse in Szenen für ein Schattenspiel umgesetzt werden. Für die Umsetzung innerhalb eines Jahres an der Grundschule Borkum im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft ist geplant, das Schattenspiel durch die Kinder selbst zu produzieren und medial festzuhalten.
Über die Auseinandersetzung der Grundschüler mit dem Thema des Walfangs und der kreativen Auseinandersetzung in Form des Schattenspiels, werden neue Einblicke in ein ganz spezielles Thema der Insel und die Sichtweise der Kinder erarbeitet.

Kunsthalle Emden

Den jüngsten Mitgliedern in unserer Gesellschaft einen unverstellten und direkten Zugang zu den Kunstwerken im Museum zu ermöglichen, ist das Anliegen des Projektes „Auf Augenhöhe“ der Kunsthalle Emden. Kinder im Kindergartenalter, d.h. von 2 – 6 Jahren, kuratieren gemeinsam mit den Eltern und der museumspädagogischen und wissenschaftlichen Abteilung des Emdener Kunstmuseums eine Ausstellung für Kinder.
Im Focus der Erarbeitung der Ausstellung stehen die Auswahl der Werke aus der Sammlung Henri Nannen sowie van der Loo und deren Präsentation. Erstens hängen die Kunstwerke auf Augenhöhe der Kinder und zweitens ist die Raumarchitektur speziell mit Hinblick auf die Kinder gestaltet und lädt mit dieser Perspektive Kinder, Eltern und Erzieher dazu ein, Geschichten zu den Kunstwerken zu erfinden. Dieser spielerische Austausch mit den Bildern und zusätzliches didaktisches Material für diese Altersgruppe eröffnen den Kindern neue Wege, die Kunstwerke für sich selber zu erschließen.
Der Museumsbesuch für Klein und Groß wird durch diese Projektdurchführung zu einem neuen gemeinsamen visuellen Erlebnis, das zum Gespräch einlädt.

Historisches Museum Hannover

„Jungsein in Hannover“ lautet der Titel einer Ausstellung im Historischen Museum Hannover, die von zehn Jugendlichen gemeinsam mit dem Kurator des Museums erarbeitet wird. Über die Gestaltung der Ausstellung ihrer Lebenswelten eröffnen die Jugendlichen uns Einblicke in das Aufwachsen und Jungsein in Hannover. Wohnen, Schule, Freizeit – Wie leben Jugendliche heute in Hannover?
Durch die Teilnahme erleben die Jugendlichen des museumspädagogischen Projektes die Institution Museum als Ort, an dem sie Inhalte mit gestalten können und der an ihren Perspektiven interessiert ist. Gleichzeitig lassen die Jugendlichen uns teilhaben, an ihrem Bild der Landeshauptstadt und dem jugendlichen Leben darin. In diesem Zusammenhang agiert das Historische Museum Hannnover als Forum der Auseinandersetzung mit Diskursen über und mit Vorstellungen von der Stadt Hannover.
Das Museum wird zum lebendigen Ort der Auseinandersetzung von Geschichte und Gegenwart – ein zukunftsweisender Weg.

Museum Bückeburg

In dem schulformübergreifenden Projekt „Die Geschichte der Kleidung und der Mode – Tracht und Tradition“ erhalten Schüler der Jahrgangsstufen 5 – 7 Einblicke in die Kleidungsgewohnheiten verschiedener Epochen und ihre gesellschaftliche Bedeutung. Das Projekt wurde entwickelt und wird durchgeführt vom Museum Bückeburg.
Einblicke in die verschiedenen Zeitabschnitte, von der Kleidung der Antike bis ins 20. Jahrhundert sollen den Schülern einen Überblick geben, wie sich die Kleidung und damit zusammenhängend gesellschaftliche Phänomene entwickeln und verändert haben. Anhand von Exponaten der Dauerausstellung des Museums, d.h. mit Trachten der Umgebung Bückeburg und auch Uniformen des Fürstenhauses, erhalten die Schüler einen Einblick in die verschiedenen Kleidungs- und Modestile sowie deren gesellschaftliche Bedeutung.
Die Geschichte der Kleidung wird dabei nicht nur in sich erschlossen, sondern auch auf die eigene Person reflektiert. Was trägt man heute? Welche Schönheitsideale gelten heute und wie ist die Identifikation mit Mode in unserer heutigen Gesellschaft? Wir sind gespannt auf die Antworten.

Bildnachweis:
Titelfoto: Emslandmuseum Schloss Clemenswerth
Emslandmuseum Schloss Clemenswerth
Focke-Museum
Heimatmuseum Borkum „Dykhus“
Kunsthalle Emden
Historisches Museum Hannover
Museum Bückeburg

 
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Flyer zum Förderpreis Museumspädagogik 2011