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VGH Stiftung
Denkmalpflege
 

Grüne Paradiese - Gärten und Parks in Niedersachsen

Die VGH-Stiftung hat sich im Förderbereich Denkmalpflege des Themas Gartendenkmalpflege angenommen. Seit Gründung der Landschaftlichen Brandkasse vor über 250 Jahren ist diese mit Gutsanlagen und den dazugehörigen Gärten eng verbunden. Dabei ist die Förderung nicht nur auf den Garten begrenzt, sondern umfasst auch alle damit verbundenen Baulichkeiten, sofern sie selbst eingetragene Denkmale sind.

Clemenswerth

Für die von ihm geliebte Parforcejagd ließ Kurfürst Clemens August von Wittelsbach ab 1735 auf dem Hümmling ein Jagdschloss errichten. Architekt war der Münsteraner J. C. Schlaun. Die Anlage orientiert sich an den Jagdschlössern von Forstenried bei München und Bouchefort bei Brüssel. Doch einzig Schloss Clemenswerth ist so vollkommen erhalten geblieben. So ist das Jagdschloss mit der umgebenden Parklandschaft eines der herausragendsten Gartendenkmale im Lande Niedersachsen mit bundesweiter Bedeutung.

Heute ist der Landkreis Emsland Eigentümer von Schloss und Park Clemenswerth. Seit Jahren ist der Landkreis
Clemenswerth
bestrebt, eine fach- und sachgerechte Restaurierung durchzuführen. Bisher bezog sich die Arbeit hauptsächlich auf die Baulichkeiten. Nunmehr stand die Restaurierung der Alleen des Jagdsternes an. Dabei mussten an den Rändern der Alleen Bäume geschlagen und durch neue Exemplare ersetzt werden. Damit wird die Qualität des Gartendenkmals in diesem Bereich verbessert, da die Alleen wieder als solche zu erkennen sind.

Gutspark Eckerde

Die Gestaltung des Gutsparkes Eckerde entspricht der der
Gutspark Eckerde
Landschaftsgärten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Heute besteht er aus drei Teilen: dem Wallgarten um das Gutshaus, dem Ostpark und dem Südpark. Wie bei derartigen Anlagen üblich, hat es in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Rückstau beim Pflegezustand gegeben.

Der erste Bauabschnitt der Parkrestaurierung in Eckerde wurde im Jahre 2001 durchgeführt. Dabei wurde das Gewässernetz im Süd- und Ostteil instandgesetzt und die Sichtachsen wurden freigelegt. Der zweite Bauabschnitt 2002 umfasst die Rückstandspflege im Ost- und Südteil des Parkes, die Wege-, Brücken- und Hausgrabeninstandsetzung.

Bei dem Gutspark von Eckerde handelt es sich um ein sehr qualitätvolles Beispiel eines Gutsparkes des 19. Jahrhunderts. Herauszuheben ist neben der Qualität des Objektes das besondere persönliche Engagement der Eigentümer. Solch Engagement wirkt positiv auf andere Garteneigentümer.

Mausoleum Groß Munzel

Das Gut, in dessen Parkanlage sich das um 1870 erbaute Mausoleum der Familie v. Hugo befindet ist eine Gründung des Calenberger Kanzlers aus dem Jahre 1568. Seit 1713 steht es im Eigentum der Familie v. Hugo.

Defekte Träger und Spannglieder im nicht einsehbaren Bereich des Mausoleums zwischen Pyramidendach und
Mausoleum Groß Munzel
Kreuzrippengewölbe einerseits und schlechte Vermauerung und weicher bzw. verwitterter Mörtel andererseits haben zu Setzungen und Rissen geführt. Die einsetzende Frostsprengung führte dann zu weiteren gravierenden Schäden und teilweisen Einstürzen, so dass umgehende Sanierungsmaßnahmen erforderlich wurden.

Bei dem Mausoleum in Groß Munzel handelt es sich um ein sehr qualitätvolles Objekt, dem nach dem Abgang des v. Alten'schen Mausoleums in Sundern bei Hemmingen eine besondere Bedeutung für das Calenberger Land zukommt. Als einzigartig ist die Einbindung in die Landschaft zu bezeichnen. Die meisten adeligen Grablegen wurden auf den örtlichen Friedhöfen angelegt.

Bildnachweis:
Gutspark Eckerde, Foto: v. Heimburg
Schloss Clemenswerth, © Landkreis Emsland
Gutspark Eckerde, Foto: v. Heimburg
Mausoleum Groß Munzel, Foto: v. Hugo