Aufbruch in ein neues Lesejahr
Ein Bücherregal aus hellem Holz, darin unzählige bunte Bände und quer darüber ein breiter Streifen in einem warmen Orangeton: So prangte das Plakat zum „Welttag des Buches“ und zum „Bücherfrühling Niedersachsen“ im April 2002 von den Litfasssäulen. Der Blick ins fremde Regal – das übrigens dem niedersächsischen Schriftsteller Artur Becker gehört - war Teil eines neu gestalteten Werbeauftritts für die traditionsreichen Literaturveranstaltungen.
Seit 2002 finden der „Welttag“ (23. April) und der sich anschließende zweiwöchige „Bücherfrühling“ als gemeinsames Projekt des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, des Literaturrates, der Literaturbüros und der VGH-Stiftung statt.
In den zwei Wochen bot sich dem Besucher der Veranstaltungen das Literaturland Niedersachsen in seiner ganzen Fülle. Insgesamt 90 Veranstaltungen waren im Begleitheft angekündigt. Das Programm richtete sich an alle Generationen und die ganz verschiedenen Bedürfnisse eines unterschiedlich vorgebildeten Publikums, darunter natürlich auch die der 6-12-Jährigen: Der kleine Eisbär und Käpt’n Blaubär waren ebenso vertreten wie Willi Wiberg, Rudi Rabe oder Pettersson und Findus.
Kinder wählen ihren Lieblingsautor
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Die Vermittlung von kulturellen Werten an Kinder und Jugendliche gehört zu den Schwerpunkten der VGH-Stiftung. Der Kinderbuchpreis „Nordstemmer Zuckerrübe“ – im Sommer 2002 ausgelobt - kann hier geradezu als Modellprojekt gelten, da er wesentliche Akzente im Bereich der Leseförderung setzt.
Der Preis unterscheidet sich von vergleichbaren Auszeichnungen insofern, als er von den Kindern selbst vergeben wird. Schüler der 3. Klassen lesen in einer Lese-AG sechs von Pädagogen, Buchhändlern und Bibliothekaren ausgewählte Titel. Im darauffolgenden Halbjahr lesen alle Schüler der 4. Klasse (insgesamt etwa 100 Kinder) die zwei Favoriten der Lese-AG. Die Kriterien zur Beurteilung der Bücher erarbeiten sich die Schüler mit Unterstützung ihrer Lehrer selbst
Begonnen wurde das Projekt im Sommer 2002, abgeschlossen wurde es mit der Preisverleihung an Cornelia Funke, die mit ihrem Buch „Der kleine Werwolf“ eindeutig als Siegerin von der Kinderjury gewählt wurde. Der Preis ist übrigens mit 3333 Euro dotiert und wurde in Verbindung mit einer ausgesprochen originellen Zuckerrüben-Skulptur des Künstlers Jan Obornik überreicht
Zum 250. Geburtstag eines weltberühmten Freiherrn: Die Knigge-Ausstellung der Niedersächsischen Landesbibliothek
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Ein bedeutendes Jubiläum galt es im Herbst 2002 zu feiern: Der Geburtstag des weltberühmten Adolf Freiherrn von Knigge jährte sich zum 250. Mal. Die Landesbibliothek hatte aus diesem Anlass unter der Leitung von Prof. Paul Raabe eine Ausstellung ausgerichtet, die sich besonders Knigges Jahren in Hannover (1787-1790) widmete – jener Zeit, in der „Vom Umgang mit Menschen“ erschien, Knigges schriftstellerisches Hauptwerk.
Es war Knigges Schicksal, dass er sprichwörtlich wurde, noch bevor Literaturwissenschaftler und Historiker dieses Hauptwerk angemessen würdigen konnten. „Aber, Herr Knigge!“ werden die Kollegen in der Kantine gerügt, wenn Sie das Messer zur Hand nehmen, um damit den Fisch zu zerlegen. Dabei geht es in dieser Schrift keineswegs um konkrete Benimmregeln. „Vom Umgang mit Menschen“ ist vielmehr eine wunderbar souveräne, umfassende moralphilosophische Studie über die Menschen seiner Zeit und ihre Besonderheiten.
Die Knigge-Ausstellung ist nicht nur eins jener Projekte, die 2002 im Rahmen des Literaturprogramms der VGH-Stiftung gefördert wurden. Sie ist zugleich Spiegel des VGH-Förderkonzeptes, Projekte zu fördern, die einen regionalen Bezug haben und dabei von überregionaler Bedeutung sind.
Bildnachweis:
Eröffnung "Welttag des Buches",
Bernd Geiling, Prof. Martin Rector
Skulptur der Nordstemmer Zuckerrübe
von Jan Obornik
Eröffnung Knigge-Ausstellung,
Prof. Dr. Paul Raabe, Dr. Georg Ruppelt