Die VGH-Stiftung setzt einen ihrer Schwerpunkte in der Vermittlung von Kunst und Kultur an Kinder und Jugendliche. Daher werden insbesondere Vorhaben im Bereich der Museumspädagogik unterstützt. Die Erkenntnis, dass Museen ihrem Bildungsauftrag gegenüber der breiten Öffentlichkeit nicht ermüdend, staubtrocken oder gar mit erhobenem Zeigefinger nachkommen müssen, sondern dass ein Museumsbesuch aufgrund kreativer Vermittlungsformen sogar Spaß machen darf, ist noch gar nicht sehr alt. Wenn man in der Geschichte des Museums zurückblickt, so zeigt sich, dass ehemals „Sammeln“, „Bewahren“ und „Erforschen“ weit wichtiger waren, als das „Ausstellen“ und gar das „Vermitteln“. In der ca. 2000-jährigen Geschichte des Museums, an deren Anfang gemeinhin das Museion in Alexandria gestellt wird, entsprechen gerade einmal die letzten zwei bis drei Prozent der gesamten Zeit dem heutigen Museumsverständnis.
Museumsdidaktik und Museumspädagogik sind folglich noch keine sonderlich alten Disziplinen. Und ein Blick in die nationale und internationale Museumslandschaft zeigt, dass das Feld der Museumsdidaktik heute neben unbegrenzten Möglichkeiten und Chancen immer noch genügend Gelegenheiten birgt, die zu verpassen sind. Gute Lösungen müssen schwer und vor allen Dingen zielgruppengerecht erarbeitet werden.
Zwei Beispiele für gute Lösungen finden sich unter den geförderten Projekten des Jahres 2003: das Sielhafenmuseum in Carolinensiel und das Elbschloss Bleckede.
Kleine Forscher im Museum
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Seit seiner Gründung im Jahre 1984 steht das Sielhafenmuseum in Carolinensiel mit seiner Thematik – nicht reines Schifffahrtsmuseum, sondern die umfassende Darstellung der maritimen Kultur der deutschen Sielhäfen – landesweit einzigartig da.
Um die Attraktivität des Sielhafenmuseums nachhaltig zu sichern und zu steigern, wurde seit der Gründung des Zweckverbandes Deutsches Sielhafenmuseum im Jahr 2000, der den Betrieb langfristig absichert, ein Entwicklungskonzept erarbeitet. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist neben der Fertigstellung und Konsolidierung des bisherigen Ausbaustandes die Umsetzung eines neuen Ausstellungskonzeptes.
Ein wichtiger Bestandteil der neuen Ausstellungskonzeption ist ein integriertes und fest installiertes museumspädagogisches Programm, das Kindern und Jugendlichen an Schlüsselstellen die Inhalte des Museums erschließt. Dies wird von der VGH-Stiftung unterstützt. Angesichts der Bedeutung dieses Projektes findet hier ausnahmsweise eine Kooperation mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung statt, die mit ihrem Förderschwerpunkt Neu- und Umgestaltung von Ausstellungen diesen Teil der Neukonzeption übernimmt. Die Umsetzung des Gesamtkonzeptes ist schrittweise von 2003 bis 2006 geplant, so dass stets ein Museumsbetrieb für die Besucher aufrechterhalten werden kann.
Kleine Forscher unterwegs
Was das Elbschloss Bleckede betrifft, so engagiert sich die VGH-Stiftung bei der Ausstattung der sogenannten Umweltwerkstatt mit pädagogischen Materialien. Die Umweltwerkstatt soll die Dauerausstellung im Barockflügel des Elbschlosses ergänzen. Sie wird im Renaissance-Flügel des Elbschlosses untergebracht und steht in enger Beziehung zur Landschaft des Biosphärenreservates Elbtalaue. Die Umweltwerkstatt greift das Motto des Elbschlosses „Natur und Kultur erleben an der Elbe“ auf und bearbeitet sowohl naturkundliche Themen (z.B. die Vogel- und Wasserwelt) wie Themen der Kulturlandschaft (Deichpflege, Warften, Gräber etc.). Für die Arbeit mit Schulklassen und Kinder- und Jugendgruppen werden Materialien und Programme erarbeitet. Als erster Schritt ist die bauliche Herstellung der Umweltwerkstatt sowie die Ausstattung mit pädagogisch/ künstlerischen Materialien geplant. Im Anschluss erfolgt die Entwicklung und Evaluierung von Angeboten.
Bildnachweis:
Ausstellung Schiffbau und Handwerk
© Deutsches Sielhafenmuseum Carolinensiel
Ausstellung Schiffbau und Handwerk
© Deutsches Sielhafenmuseum Carolinensiel
Umweltwerkstatt Elbschloss Bleckede
© Elbschloss Bleckede GmbH