Historische Schriften gesichert
Restaurierung und Konservierung der
Scharnhorst-Bibliothek
Gerhard Johann David Scharnhorst ist wohl den meisten als preußischer General und Heeresreformer geläufig, doch auch als Bibliothekar und Publizist machte sich Scharnhorst einen Namen. Nach seinen Dienst im Kavallerieregiment des Generals v. Estorff avancierte Scharnhorst im Juli 1782 zum Bibliothekar der Artillerieschule in Hannover.
Scharnhorst wurde Generalquartiermeister der hannoverschen Armee, als Frankreich 1793 England, und damit auch dem Kurfürstentum Hannover, den Krieg erklärte. Unter der französischen Besetzung wurden die Ingenieurbibliothek und die Artilleriebibliothek geschlossen, Buchbestände nach Kassel verbracht und Scharnhorst trat in preußische Dienste.
Erst nach Ende des Krieges 1813 konnten die Bestände, leider mit schweren Verlusten, nach Hannover zurückgeholt werden und im darauffolgenden Jahr wurden beide Bibliotheken vereinigt. Durch Scharnhorsts reformerisches Wirken wurde 1823 die Generalstabsbibliothek gegründet und zwanzig Jahre darauf die Bibliothek des Kadettenkorps. Tatkräftige Bibliothekare erschlossen die Bestände und die Generalstabsbibliothek entwickelte sich zur militärischen Zentralbibliothek des Landes.
Die preußische Annektion des Königreiches Hannover bedeutete für die Militärbibliotheken das Ende einer vielversprechenden Zukunft. Die wertvollsten Bestände der Generalstabsbibliothek wurden der Bibliothek des Großen Generalstabes in Berlin einverleibt, die übrigen Bestände in Hannover auf neue, nunmehr preußische, Einrichtungen verteilt.
Nach dem Krieg und wurden sie vereinigt und von der Bundeswehr als Wehrbereichsbibliothek II weitergeführt. Die derzeitige Bundeswehrreform plante den Abzug der Wehrbereichsbibliothek, mit Ausnahme der vor 1866 entstandenen Althannoverschen Bestände. Ein bedeutendes niedersächsisches Kulturgut wäre so für immer dem Lande verloren gegangen. Einer Initiative von wenigen Einzelpersonen ist es gelungen, dies zu verhindern. Die Bundeswehr hat die gesamte Wehrbereichsbibliothek als Dauerleihgabe an die Niedersächsische Landesbibliothek übergeben.
Bald werden mit Hilfe der VGH-Stiftung die bibliophilen Schätze den Benutzern zur Verfügung stehen. Doch zuvor müssen noch Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Das neue Konzept für die Aufstellung in der Niedersächsischen Landesbibliothek trägt den Titel „Schützen und Benützen“. Während das Gros der Bestände im normalen Magazin eingestellt wird, sollen die allerwertvollsten Teile des Bestandes in besonderen konservatorischen Vitrinen der Öffentlichkeit gezeigt werden.
Neue Bewohner in historischen Räumen
Sanierung des Gartenhauses im Bürgerpark Osnabrück
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Wie auch in anderen Städten gab es in Osnabrück vor den Wällen ein Gartengebiet. Im 18 Jh. wurde es Mode, in diesen Gärten feste Gartenhäuser zu errichten. Ein solches Gartengebiet erstreckte sich auch zwischen dem Hasetor und dem Gertrudenkloster auf dem gleichnamigen Berge im Norden Osnabrücks. Bis in das 19. Jh. hatte das Gartengebiet Bestand, dann geriet es zunehmend in den Sog der Stadterweiterung, in diesem besonderen Falle allerdings im positiven Sinne. Auf dem Gertrudenberg, das Kloster war schon längst in ein Landeskrankenhaus umgewandelt worden, wurde der Bürgerpark der Stadt Osnabrück angelegt, der mehrere Gartengrundstücke in sich vereinigte.
In diesem Park, auf dem Terrain eines ehemaligen Bürgergartens angelegt, hat sich eines der seltenen Gartenhäuser von Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten. Das klassizistische Gartenhaus ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse der ursprünglichen Nutzung des Gertrudenberges.
Jahrelang wurde das Gartenhaus und der benachbarte Rosengarten durch das in seiner Nachbarschaft betriebene Kaffeehaus „Friedenshöhe“ mitgenutzt. Nach dem letzten Krieg diente es als Wohnung, stand dann aber jahrelang leer und verfiel. Dem in 2004 auf Initiative der Herrenteichlaischaft gegründeten Förderverein „Freunde des Gartenhauses Bürgerpark Osnabrück e.V.“ ist es 2004 gelungen, die für die Restaurierung notwendigen Gelder zu besorgen. Zu der Finanzierung trugen im besonderen Maße die Herrenteichlaischaft, das Studentenwerk sowie die Stadtwerke von Osnabrück, der Landschaftsverband Osnabrücker Land und die VGH-Stiftung bei.
Mit der Restaurierung erfährt das Haus jetzt eine neue Nutzung als Studentenwohnung; im Dezember letzten Jahres zogen zwei Studenten in das „zweitkleinste Osnabrücker Studentenwohnheim“ ein. Auf drei Etagen vom Keller bis zum Dach bietet das historische Gartenhaus insgesamt 52 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Doch auch der Osnabrücker Allgemeinheit soll die Restaurierung des Gartenhauses zu gute kommen: die Stadt plant die Nutzung des angrenzenden Gartenbereiches für Terrassenlesungen oder kleine Konzerte.
Bildnachweis:
historische Schrift aus dem Bestand der
Scharnhorst-Bibliothek,
Niedersächsische Landesbibliothek
Foto Buchbestand Scharnhorst-Bibliothek, Niedersächsische Landesbibliothek
Gartenhaus am Bürgerpark, (Flyer), Studentenwerk Osnabrück