Ein grünes Kleinod
Der Pfarrgarten in Beber
Nur den Wenigsten wird die kleine Ortschaft Beber, gelegen im Tal zwischen Süntel und Deister, bekannt sein. Auch dass dieser kleine Ort eine kulturhistorische Rarität besitzt ahnt kaum jemand: ein Pfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert mit dazugehörigem Garten.
Seit den Zeiten des ersten Pfarrers, bis weit in unsere Zeit hinein, war es üblich, dass der Pfarrer – er erhielt kein festes Gehalt – neben seinem Wohnhaus über genügend große Acker- und Gartenflächen verfügte. Da die Deputatabgaben der Gemeindemitglieder in der Regel nicht ausreichten, um den Lebensunterhalt für den Pfarrhaushalt sicherzustellen, war der Stelleninhaber auf die Möglichkeit der Eigenversorgung angewiesen.
Der Pfarrgarten Beber ist als ländlicher Garten des 19. Jahrhunderts erhalten geblieben und wegen seiner historischen und wissenschaftlichen Bedeutung ein Kulturdenkmal mit Seltenheitswert in Niedersachsen. Dank des bis heute erhaltenen Berichts eines Zeitgenossen können wir uns ein gutes Bild vom der damaligen Gestalt des Gartens machen. Auch viele noch erhaltene Elemente des Gartens ermöglichen Rückschlüsse über seine Entwicklung.
Die Form, die der Garten im 19. Jahrhundert erhalten hatte, blieb bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts unverändert erhalten. Starke Vernachlässigung in der Pflege, verbunden mit Nutzungsänderungen im Gefolge des letzten Weltkrieges, prägten dann den Garten bis in unsere Tage.
Bereits im Jahre 2001 wurde der Pfarrgarten Beber unter Denkmalschutz gestellt. Erste Maßnahmen zum Erhalt des Gartens wurden in Verbindung mit der Restaurierung des Pfarrhauses umgesetzt. Dennoch bleibt noch einiges zu tun, um den Pfarrgarten Beber in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.
Mit Hilfe der VGH-Stiftung werden nun die Brücke und die Grotte des Gartens restauriert. Auch das historische Wegenetz wird wiederhergestellt. Weiterhin werden historische Obstsorten und Gehölzarten neu angepflanzt sowie der bestehende Bestand gepflegt.
Wertvolle Handschriften und Drucke gerettet
Bestand der Lüneburger Ratsbücherei restauriert
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Am 29. Dezember 1959 ereilte die Lüneburger Ratsbibliothek ein schlimmer Schicksalsschlag. Ein Brandstifter, der bereits mehrere Brände in Lüneburg verursacht hatte, legte gleich an mehreren Stellen Feuer in der Ratsbücherei. Die Polizei ermittelte damals, dass durch den verheerenden Brand ein Schaden von 1,5 Mio. DM entstanden war: Etwa 20.000 Bände waren – sei es durch Feuer oder Löschwasser – schwer beschädigt oder vernichtet. Darunter eine zeitgenössische Ausgabe von Luthers gesammelten Werken in Deutsch und Latein, weitere wertvolle theologische Schriften sowie eine größere Zahl von mittelalterlichen Frühdrucken. Die kostbarsten Schätze der Ratsbücherei blieben glücklicherweise von den Flammen verschont, da sie in einem feuerfesten Raum aufbewahrt wurden.
Die Lüneburger Ratsbücherei gehört zu den ältesten kommunalen Büchereien Deutschlands und verfügt über einen kulturhistorisch kostbaren Bestand. Neben einem Exemplar des Sachsenspiegels aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts besitzt die Ratsbücherei Lüneburg heute 796 Handschriften, 11.131 Inkunabeln und etwa 20.000 Drucke des 16. – 18. Jahrhunderts.
Durch das Feuer von 1959 entstand ein enormer Schaden, an dem die Lüneburger Ratsbücherei bis in die Gegenwart hinein zu tragen hat. Bis heute – 45 Jahre nach dem Feuer – konnten noch nicht alle damals beschädigten Bände restauriert werden.
Mit Hilfe der VGH-Stiftung wird dieser Restaurierungsprozess nun aber entschieden vorangetrieben. Die Stiftung fördert das Projekt im Bereich der Denkmalpflege, nicht zuletzt anlässlich des diesjährigen 450-jährigen Bestehens der Lüneburger Ratsbücherei. In einer sich anschließenden Ausstellung wird eine Auswahl der wiederhergestellten Schriften der Öffentlichkeit präsentiert.
Bildnachweis:
Pfarrgarten Beber © Jens Beck
© Ratsbücherei der Stadt Lüneburg
© Ratsbücherei der Stadt Lüneburg