Spiel mit!
Behindertenwerkstatt erhält Theaterangebot
Das Können und Ausdrucksvermögen geistig behinderter Menschen der Öffentlichkeit zu präsentieren und dabei Berührungsängste zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen abzubauen – das ist auch Ziel der theaterpädagogischen Arbeit der Behindertenwerkstatt Berkhöpen-Burgdorf. Seit Mai 2005 bietet die Werkstatt eine feste Theatergruppe an, die unter der Leitung des Pädagogen Matthias Bittner regelmäßig Aufführungen und Kooperationsprojekte mit Schulen veranstaltet.
Im Mittelpunkt der theaterpädagogischen Arbeit stehen die gemeinsame Freude am Spielen und Improvisieren, das Entdecken neuer Ausdrucksformen und die Steigerung des Körperbewusstseins durch Entspannungs- und Interaktionsspiele. Nicht mehr die gegenseitige Rücksichtnahme, sondern die gemeinsame Suche nach neuen kreativen Ausdrucksformen steht beim Theaterspielen im Vordergrund. So entstehen aus ganz freien Improvisationsspielen, zu Themen wie beispielsweise „Grenzüberschreitung“ oder „Sicherheit“, einzelne Szenen, die dann zu einem abgeschlossenen Theaterstück zusammengefügt werden.
Die benötigten Requisiten, Bühnenbild und Masken werden direkt von den Mitarbeitern der Werkstätten hergestellt. Etwa 170 Menschen mit geistiger, psychischer und körperlicher Behinderung sind in der Werkstatt Berkhöpen-Burgdorf beschäftigt. Die Einrichtung bietet eine angemessene berufliche Bildung und hat zum Ziel, die Leistungs- und Erwerbsfähigkeit von behinderten Menschen zu erhalten und weiter zu entwickeln. Doch auch die Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung hat in Berkhöpen-Burgdorf einen hohen Stellenwert: arbeitsbegleitende Maßnahmen stehen ebenso wie Sportkurse und Weiterbildungsangebote auf dem Programm.
Lernen, mit dem Sterben umzugehen
Fortbildung für Mitarbeiter des Uhlhorn Hospiz
Das Uhlhornhospiz ist eine gemeinschaftliche Einrichtung der beiden großen evangelischen Krankenhäuser in Hannover: dem Henriettenstift und dem Friederikenstift. Es ist in direkter Nachbarschaft zur Eilenriede gelegen und bietet Raum für acht Patienten. Benannt ist es nach dem Loccumer Abt Gerhard Uhlhorn (1826 – 1901), der ein wichtiger Förderer der Diakoniebewegung war.
Hospize schließen eine wichtige Lücke in unserer Gesellschaft: sie geben Sterbenden und Trauernden die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum mit dem Tod auseinanderzusetzen und Abschied zu nehmen. Denn in einem Hospiz werden nicht nur die Patienten bis zu ihrem Tod begleitet und gepflegt, auch Familie und Freunde des Sterbenden finden Beistand und Beratung. Dieses umfassende Angebot an Patient und Angehörige, das weit über die bloße medizinische Pflege hinausgeht, stellt sehr hohe Anforderungen an die Mitarbeiter eines Hospizhauses. Umso wichtiger ist es, den haupt- und ehrenamtlich Tätigen bei den schwierigen Aufgaben der Sterbe- und Trauerbegleitung nicht allein zu lassen, sondern ihn durch begleitende Ausbildungsangebote vorzubereiten und zu stärken.
Die VGH-Stiftung ermöglichte daher den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Uhlhornhospizes in Hannover die Teilnahme an verschiedenen Ausbildungseinheiten, die sich mit den Themen Palliativ Care und Trauerbegleitung beschäftigten. Beide Lehrgänge boten den Teilnehmern nicht nur wichtiges theoretisches Wissen, sondern auch psychologische Begleitung.
Seit einiger Zeit setzt die VGH-Stiftung einen Schwerpunkt in der Förderung der Hospizarbeit in Niedersachsen und Bremen. So förderte die Stiftung den Aufbau des Hospizes in Wolfsburg, das im Mai 2005 eröffnet werden konnte.
Bildnachweis:
© Uhlhorn Hospiz Hannover
Theatergruppe Behindertenwerkstatt Berkhöpen-Burgdorf © Tina Wellmann und Matthias Bittner