Metamorphosen eines Hauses
Vom Inspektionsbüro zur "Sommerfrische"
Die Ortschaft Osterwald, am Südhang des gleichnamigen Höhenzuges gelegen, war seit dem Ende des 16. Jahrhunderts Standort des Steinkohlebergbaus. Da der Bergbau auf fiskalische Rechnung betrieben wurde, war ein Königlicher Berginspektor ortsansässig. Für ihn wurde als Verwaltungs- und Wohngebäude im Jahre 1858 die heute noch stehende Königliche Berginspektion errichtet. Es ist ein schlichter, dennoch repräsentativer eingeschossiger Steinbau.
Nach Stilllegung des Osterwalder Stollens ging die Berginspektion in private Hände über. Seit 1935 war der Mitinhaber der Hildesheimer Senkingwerke Eigentümer. Er ließ das Gebäude aufwändig zum Sommersitz umbauen.
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Unterhalb des Hauses schließt sich am Südhang ein heute dreiteiliges Gartenareal an. Über eine Treppenanlage gelangt man in den etwa einen halben Morgen großen rechteckigen Landhausgarten mit einer ovalen Rasenfläche als zentralem Gestaltungselement. Nach Westen hin schließt ein terrassiert angelegter, ebenfalls etwa halbmorgen großer langgestreckter Gemüsegarten an. Zum Süden hin war dem Landhaus ein dreieckiger, 1.080 qm großer Obstgarten vorgelagert. Eine Mauer umfriedet alle drei Gartenteile.
Die Anlage ist bis auf den Obstgarten, er wurde vor Jahren abgeteilt und mit einem Einfamilienhaus besetzt, vollständig erhalten und wird weiterhin zu Wohnzwecken erhalten. Die Eigentümer haben in den vergangenen Jahren den Garten auf der Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Gutachtens restauriert.
Durch die Förderung der VGH-Stiftung wird nun das Bild der großbürgerlichen Lebenswelt am Beispiel einer Sommerfrische dokumentiert.
Pilze – gefährlich und nicht essbar!
VGH-Stiftung sichert Bestände des Stadtarchivs Lüneburg
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Archive, Museen und Bibliotheken sind das kulturelle Gedächtnis einer Nation. In ihnen wird die Vergangenheit gesichert, dokumentiert und bewahrt. Ein Schwerpunkt der VGH-Stiftung im Bereich der Denkmalpflege ist daher die Erfassung und Restaurierung sogenannter beweglicher Kulturgüter wie historischer Schriften, Akten und Bücher.
Neben dem sogenannten Säurefraß gibt es einen weiteren ernstzunehmenden Feind insbesondere der älteren Schriften: den Schimmelpilz. Genau dieser wurde im vergangenen Jahr im Stadtarchiv Lüneburg entdeckt. Das Stadtarchiv zählt mit seinen umfangreichen Beständen zu den bedeutenden kommunalen Archiven in Norddeutschland. Seit etwa 50 Jahren wird hier auch das Archiv des ehemaligen Klosters St. Michaelis verwahrt.
Der Bestand wird in einem geschlossenen Raum gelagert. Trotzdem wurde kürzlich bei einigen Archivalien Schimmelpilz festgestellt. Eine eingehende Überprüfung ergab, dass bereits 1/3 des Bestandes befallen ist. Die Ursache, die zum Befall führte, wie beispielsweise Schäden durch eindringende Feuchtigkeit, liegt lange in der Zeit vor Übernahme der historischen Schriften durch das Stadtarchiv. Ein derartiges Schadensbild wird immer nur zufällig entdeckt, wenn eine Archivalie für einen Benutzer ausgehoben wird.
Wird ein derartiger Befall konstatiert, kann der Bestand nicht mehr durch Forscher oder Archivare benutzt werden. In einem technischen Verfahren muss der Schimmelpilz entfernt werden.
Die VGH-Stiftung unterstützt im Förderbereich Denkmalpflege die Restaurierung der Archivalien im Stadtarchiv Lüneburg und erhält damit nicht nur einen wertvollen Bestand für folgende Generationen, sondern auch die elementare Basis für kommende Forschungsarbeiten zur Geschichte der Stadt Lüneburg.
Von der Notwendigkeit, seine Abstammung nachzuweisen
Digitalisierung des Hildesheimer Aufschwörungsbuches
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Zumindest im protestantischen Norddeutschland sind Domkapitel weiten Kreisen der Bevölkerung nicht näher bekannt. Genauso wenig ist – zu Unrecht – der Bestand an Aufschwörungsbüchern deutscher Domkapitel bekannt.
Mitglied in einem Domkapitel konnte nur werden, wer die Abkunft aus dem Hochadel bis zu vier Generationen herab mit Hilfe einer Ahnentafel nachweisen – also „aufschwören“ – konnte. Erst nach der Säkularisation im Jahr 1803 bestand auch für Nichtadelige die Möglichkeit, Mitglied eines Domkapitels zu werden. Die Ahnentafeln wurden in den bereits genannten Aufschwörungsbüchern abgelegt.
Das Hildesheimer Aufschwörungsbuch enthält den Ahnennachweis von 210 Domherren aus der Zeit zwischen 1670 und 1803. Die akribisch gestalteten Stammtafeln wurden auf Pergamentblättern zusammengestellt. Die einzelnen Stammtafeln sind grafisch und heraldisch aufwändig gestaltet. Damit kommt dem Hildesheimer Exemplar neben der zeitlichen Bandbreite eine besondere kunsthistorische Bedeutung in Deutschland zu.
In einem ersten Arbeitsschritt erfolgte die vollständige hochwertige Digitalisierung des Hildesheimer Aufschwörungsbuches. In einem zweiten Schritt wird das Buch – gefördert von der VGH-Stiftung – nunmehr wissenschaftlich fundiert in einer Publikation weiten Kreisen nahe gebracht werden.
Bildnachweis:
Abbildung mit frdl. Genehmigung: Stadtarchiv Lüneburg
Landhausgarten Osterwald; mit frdl. Genehmigung: Familie Clement
Abbildung mit frdl. Genehmigung: Stadtarchiv Lüneburg
Abbildung mit frdl. Genehmigung: Landschaftsverband Hildesheim e. V.