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VGH Stiftung
Mildtätigkeit
 

Cyrano als Ohrenschmaus
Ein Theaterabend der besonderen Art

Für sehende Menschen ist die aktive Teilnahme am kulturellen öffentlichen Leben eine Selbstverständlichkeit: ob das gemeinsame Anschauen neu angelaufener Kinofilme oder der Besuch aktueller Theaterinszenierungen – ein breites Angebot besteht jederzeit. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist der Zugang zum kulturellen Gesellschaftsleben nicht ganz so einfach, zumal hier rein visuelle Medien einen immer höheren Stellenwert einzunehmen scheinen.

Hörfilme.V. hat sich zum Ziel gesetzt, diese Situation zu ändern und Blinden und Sehbehinderten mehr kulturelle Möglichkeiten zu bieten. Beispielsweise organisierte der Verein in Kooperation mit dem Theater der Stadt Osnabrück einen barrierefreien Theaterabend, den die VGH-Stiftung im Bereich Mildtätigkeit unterstützte. Rund 70 Blinde und Sehbehinderte, darunter vier mit Blindenführhunden, strömten am 24 Juni 2006 ins Theater, um eine Vorstellung von „Cyranno de Bergerac“ zu erleben. Es war deutschlandweit erst der vierte Hörtheater-Abend. Aufgrund dessen reiste das Publikum aus allen Bundesländern an, um das einmalige Angebot wahrnehmen zu können.

Mit Hilfe der Audiodeskription wurden die visuellen Informationen des Theaterstückes, wie Bühnenbild, Requisiten, Kostüme, aber auch Gestik und Mimik der Schauspieler, in knappen Worten beschrieben. Dieser live eingesprochene Text war dann in den Dialog- und Monologpausen über Kopfhörer zu hören. Neben der Beschreibung der Inszenierung war es für den Verein jedoch auch wichtig, den Besuchern einen problemlosen und unabhängigen Aufenthalt im Theatergebäude zu ermöglichen. Realisiert wurde dies durch die Installierung eines akustischen Orientierungssystems im Foyer, das an ausgewählten Bereichen detaillierte Informationen lieferte.

Der Verein Hörfilm e.V. - Vereinigung deutscher Filmbeschreiber ist im Jahr 2000 durch einen Zusammenschluss professioneller sehender und blinder Filmbeschreiber entstanden. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den Beruf der Filmbeschreiber und den Hörfilm in der Medienlandschaft zu etablieren. Neben dem Fernsehen soll das Verfahren der Audiodeskription verstärkt auf andere kulturelle Bereiche, wie etwa das Theater, ausgedehnt werden.

Kinder trauern anders
HerzLicht bietet Begleitung für Kinder und Jugendliche

Die Trauer über einen verlorenen Angehörigen kennt keine Altersunterschiede, sie trifft Erwachsene, Kinder und Jugendliche mit der gleichen Härte und Schonungslosigkeit. Trotzdem sind Verständnis und Vorstellung von Sterben und Tod alters- und entwicklungsabhängig. Und so haben Kinder und Jugendliche in Zeiten der Trauer andere Bedürfnisse als Erwachsene, die ihnen helfen, den Verlust zu verarbeiten.

Die Hospiz-Gruppe Stade e.V. stellte in ihrer alltäglichen Arbeit fest, dass es innerhalb der Trauerfamilien oft an Kraft und Raum fehlt, speziell für junge Hinterbliebenen mit Unterstützung und Rat da zu sein: die Erwachsenen sind in den meisten Fällen damit überfordert, mit der eigenen Trauer und der neuen Lebenssituation fertig zu werden und sich gleichzeitig auf die Bedürfnisse des Kindes einzulassen. Hinzukommt, dass Eltern ihren Kindern in dieser Situation oft hilflos gegenüberstehen.

Um Eltern und Kindern gleichermaßen zu helfen, beschloss der Hospizverein Stade das Projekt „HerzLicht“ einzurichten, dass sich speziell an Trauernde zwischen 4 und 18 Jahren richtet. Ihnen will der Verein einen geschützten Raum geben, der ihnen hilft, über den Verlust offen zu sprechen, sich auszutauschen und Strategien zu entwickeln, um mit der Erfahrung von Krankheit und Sterben fertig zu werden. Geleitet wird das Angebot von einer Diplom-Psychologin, die über eine langjährige Erfahrung in der Trauer- und Hospizarbeit verfügt.

Im Bereich der Mildtätigkeit setzt die VGH-Stiftung seit einiger Zeit einen Schwerpunkt auf die Unterstützung von begleitender Trauer- und Hospizarbeit. Sie unterstützte die Gründung des Hospizes in Wolfsburg, förderte Weiterbildungsmaßnahmen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Uhlhornhospiz und unterstützte die Ausstellung „Erzähl mir was vom Tod“, die sich kindgerecht mit den Themen Sterben, Trauer und Verlust auseinandersetzte.

Bildnachweis:
Foto mit frdl. Genehmigung: Hörfilm e. V.
Foto mit frdl. Genehmigung: Hospizgruppe Stade e. V.

 
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