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VGH Stiftung
Denkmalpflege
 

Ein Garten im Wandel der Zeit
Der Gartower Schlossspark

Ein besonderes Augenmerk legt die VGH-Stiftung im Bereich Denkmalpflege auf den Erhalt von historischen Gartenanlagen und Parks. Denn die Gärten von Schlössern, Gutsanlagen oder Pfarr- und Bürgerhäusern sind nicht nur schön anzusehen, sie bieten in ihrer Gesamtheit interessante Einblicke in die Lebensweise ihrer früheren Besitzer.

Auch anhand der Gestaltung des Gartower Schlossgartens lässt sich vieles über die einstigen Nutzer und über die Geschichte des kleinen Ortes erfahren. Aus diesem Grund unterstützte die VGH-Stiftung und die VGH Regionaldirektion Lüneburg bereits die Ausarbeitung eine geschichtliche Abhandlung über die Entwicklungsschritte der historischen Parkanlage. Auf deren Basis wird nun die Restaurierung des Gartens folgen, die zum Ziel hat, die ursprüngliche Gestaltungsidee herauszuarbeiten und lange Zeit Unentdecktes zum Vorschein zu bringen.

Bereits 1694 kaufte Andreas Gottlieb v. Bernstorff die Gutsherrschaft Gartow von der seit 250 Jahren dort ansässigen Familie von Bülow. Mit dem Bau des Barockschlosses 1710 erhielt Gartow den Charakter einer kleinen Residenz, der sich bis heute bewahrt hat. Die Hochwasserproblematik der schlossnahen Bereiche führte allerdings dazu, dass Gartenanlagen insbesondere im Umfeld der Kirche und dem Buchhorst errichtet wurden. Besonders der Buchhorstgarten übernahm durch seine guten, nicht überflutungsgefährdeten Böden bis in die 1930er /50er Jahre eine zentrale Funktion als intensiv genutzter Bereich mit Orangerie und Gärtnerwohnhaus.

Allerdings erforderte die topografische, naturräumliche Situation, den Buchhorstgarten in gut 500 Meter Entfernung zum Herrenhaus anzulegen. Somit war es zunächst nicht möglich, einen angemessenen Bezug zwischen Schloss und Gartenanlage herzustellen. Mit der Abkehr vom formalen Garten zum landschaftlichen Ideal bestand jedoch in Gartow erstmals die Möglichkeit, angemessen auf die natürlich gegebenen Bedingungen zu reagieren, in dem durch die Pflanzung standortgerechter Gehölze eine eindrucksvolle, dem Stil der Zeit entsprechende Parkanlage errichtet wurde.

Etwa ab 1820 lässt sich die heute vorhandene, landschaftlich gestaltete Parkanlage belegen, deren Zentrum aus einem lang gestreckten Teich mit seitlichem Zu- und Ablauf besteht. Ein Wechselspiel offener Wiesen, eindrucksvoller Solitäre und geschlossener Gehölzpartien korrespondiert eindrucksvoll mit dem Schlossbau und der angrenzenden Umgebung. Ausgreifende Alleen oder die Einbeziehung des Flüsschens Seege als weiteres Gewässerelement verdeutlichen den planerischen Ansatz zur „ornamented farm“. Dieses aus England stammende Gestaltungsprinzip bezieht neben der Schloss- und Parkanlage auch die überwiegend landwirtschaftlich geprägte Umgebung in die Gestaltung ein, wodurch ein räumliches Gesamtkunstwerk gebildet wird, welches in seiner Grundkonzeption noch heute nachvollziehbar ist.

Bildnachweis:
Schloss Gartow, mit frdl. Genehmigung: Andreas Graf v. Bernstorff und Andreas v. Hoeren

 
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