Ohne Geschichte keine Zukunft
Lüneburger Landeskunde für Schulkinder
Geschichte in der Schule muss nicht langweilig und trocken sein, vielmehr kann sie spannend und lebendig Wissenswertes über Traditionen, Naturräume und die Alltagskultur der eigenen Region vermitteln.
Gemeinsam mit der VGH-Regionaldirektion Lüneburg unterstützt die VGH-Stiftung daher ein Projekt, das Grundschulkindern die Landesgeschichte der Lüneburger Heide und des Wendlandes näher bringen soll, und zwar mit einem reich bebilderten Schulbuch. Auf 250 Seiten soll dieses Buch die kulturhistorischen und sozialgeschichtlichen Zusammenhänge der Lüneburger Region präsentieren. Dabei wird es Themenkomplexen wie „Naturräumliche Gegebenheiten“, „Kunst und Kultur“, „Alltagskultur“ und „Schätze/Wirtschaft“ behandeln und einer Vielzahl von Grundschulklassen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Grundlage dieser Initiative des Lüneburger Landschaftsverbandes ist ein Erlass des Kultusministeriums aus dem Jahr 1997, der das Ziel formuliert, jungen Menschen im zusammenwachsenden Europa auch eine regionale Identität zu vermitteln.
Wertvoller Fund
Musikalische Archivalien entdeckt
Der Archivar der Lüneburger Heideklöster machte 2007 eine erstaunliche Entdeckung: er stellte fest, dass in den vergangenen Jahrhunderten viele historische Schriften zum Schutze vor Verfall und Witterung nicht mit irgendwelchen Papierresten eingeschlagen worden waren, sondern mit Notenblättern.
Gemeinsam mit der Musikerin Ulrike Volkhardt und der Musikwissenschaftlerin Ulrike Hascher-Burger fand man heraus, dass es sich dabei um bislang unbekannte Musikhandschriften aus der Zeit vom 10. bis zum 17. Jahrhundert handelt. Ein überraschender Fund, der für die Musikwissenschaft von großen Wert ist, denn die Archivalien bieten seltene Einblicke in die musikalische Tradition der Lüneburger Klöster: Aufzeichnungen aus dem Bereich des liturgischen Gesanges wie aus dem Bereich der Hymnologie sind ebenso erhalten wie eine nachreformatorische Kantionale, eine sogenannte Nonnenkrönung oder eine bisher unbekannte Matthäuspassion, die zeitlich noch vor Schütz liegt.
Die wertvollen Schriften werden im Rahmen eines langfristigen Projektes gesichtet, archiviert und – das ist das Besondere – auf historischen Instrumenten vertont. Einer breiten Hörerschaft werden ausgewählte Tondokumente auf sechs CDs vorgestellt.
Bildnachweis:
Andachtsbuch mit Noten, 15. Jahrhundert, im Archiv des Klosters Ebstorf befindlich