Pressemitteilung vom 30. Juni 2009
Wie sah der Alltag unser Vorfahren aus? Wie wohnten, arbeiteten und lebten Menschen in der Lüneburger Heide vor 200 Jahren? Was kennzeichnete ihr Dasein? Auf diese Fragen gibt das Erfolgsprojektdes Freilichtmuseums am Kiekeberg ganz unmittelbar Antwort: Besucher hören, sehen, riechen und fühlen „Gelebte Geschichte“. 40 ehrenamtliche Darsteller in historischen Kostümen erzählen aus einer vergangenen Zeit ohne moderne Technik und geregelte Arbeitszeiten. Im Jahr 2008 ist das Erlebnisprogramm um die Themen „Handwerk und Gewerbe im historischen Alltag“ erweitert worden, begonnen wurde es bereits 2004.
Das Museumsprojekt „Gelebte Geschichte“ führt seine Besucher in eine untergegangene Zeit. Im 19. Jahrhundert musste der Zimmermann Balken noch mit der Breitaxt zurechthauen und individuell angefertigte Schuhe durch den Schuster waren noch kein seltenes Luxusgut, dessen Herstellungsprozess heute fast niemand mehr kennt. „Das Vorhaben hat einen innovativen pädagogischen Ansatz, der die VGH-Stiftung zur erneuten Förderung veranlasst hat. Wir begrüßen, dass längst verdrängte Arbeitstechniken wieder auferstehen und das soziale Gefüge auf dem Lande vor 200 Jahren verdeutlicht wird. So wird Geschichte zum Abenteuer“, begründet Martin Aude, Regionaldirektor der VGH Regionaldirektion Lüneburg die erneute Förderung des Projektes.
Insbesondere auf Familien übt die lebendige Vergangenheit eine enorme Anziehungskraft aus. Ihrem Zuspruch trägt die Erweiterung der Museumslandschaft Rechnung. Hohe öffentliche Aufmerksamkeit erzielte das Projekt mit den Aktionen „Leben wie 1806“ (2006) oder „Bauen wie 1808“ (2008), begleitet durch NDR 90,3, dem NDR Fernsehen, dem Hamburg-Journal und dem Hamburger Abendblatt. 11 Hörer von NDR 90,3 gewannen im Oktober 2006 einen neuntägigen Aufenthalt in einem historischen Bauernhaus auf dem Museumsgelände. 2008 tauschte eine Gruppe motivierter Handwerks-Laien den Schreibtisch gegen eine ländliche Baustelle ein. Mithilfe von Zimmerleuten restaurierten sie nach althergebrachter Manier innerhalb von neun Tagen und unter hohem Medieninteresse eine Scheune aus der Winsener Marsch. Moderne Hilfsmittel: Tabu. Geschlafen wurde im Stroh, die morgendliche Wäsche im Freien verrichtet. „Gelebte Geschichte“ ist eine instruktive Zeitreise, die eine breite Öffentlichkeit vorindustrielle Leben- und Arbeitsweisen authentisch nachempfinden lässt.