Sechs Museen erhalten Förderpreis Museumspädagogik 2017 der VGH-Stiftung

19.10.2017

Die VGH-Stiftung verleiht ihren Förderpreis Museumspädagogik für beispielhafte museumspädagogische Projekte, die neue Wege in der Vermittlung gehen. Sechs Museen erhalten den mit jeweils 3.500 Euro dotierten Preis. Mit dem Preisgeld können die von der Jury prämierten Vorhaben innerhalb eines Jahres umgesetzt werden.

Preisträger des Förderpreises Museumspädagogik 2017:
 
Das Archezentrum Amt Neuhaus will mit dem pädagogischen Bildungsangebot zur Sonderausstellung „Der Wolf – Ein Wildtier kehrt zurück“ Schulklassen, Tierhalter und interessierte Besucher zusammenzubringen, um einen konstruktiven Dialog über die Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen anzuregen. Neben grundlegenden Informationen zum Wolf – z. B. über aktuelle Wanderrouten und die heutigen Lebensbedingungen der Tiere – werden ergänzende Informationen wie Aufnahmen einer tag- und nachtfähigen Wildkamera angeboten. Durch die dialogische und interaktive Vermittlung des Themas soll das Märchen vom „bösen Wolf“ entmythologisiert werden, um eine Grundlage für eine objektivere Diskussion über das zukünftige Zusammenleben mit dem Wildtier zu schaffen.
 
Die Ausstellung „Protest + Neuanfang. Bremen nach ’68“ im Focke Museum Bremen beleuchtet die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen in der Stadt Bremen von 1968 bis 1983. Ergänzt wird die Ausstellung durch das museumspädagogische Projekt „Bremen. Meine Stadt“: Angehörige der ’68er Generation und Zeitzeugen werden in das integrierte „Café 68“ eingeladen, um über ihre Erinnerungen und Erlebnisse zu berichten, die Gäste werden aufgefordert, Fotos und persönliche Erinnerungsstücke mitzubringen. Diese sollen in Form eines digitalen Albums auf der Internetseite des Museums präsentiert werden. Die Ausstellung schließt mit einer Broschüre, die Fotos, Erinnerungsstücke und die dazugehörigen Geschichten aus Bremen präsentiert.
 
Mit der App „Harleybucht-Mystery“ lädt das Deutsche Sielhafenmuseum Carolinensiel seine Besucher zu einer digitalen Rallye über das Museumsgelände ein. Entlang des Wegs zwischen Strand und Museumshafen gibt es virtuelle Stationen, an denen Informationen zum Thema „Harlebucht – Leben an der Küste in drei Jahrhunderten“ gesammelt werden. Diese werden benötigt, um am Ende eine Aufgabe zu lösen. Ziel dieses Projekts ist es, ein auf Smartphone gestütztes Lernangebot insbesondere für die Teenager zu konzipieren. Dabei verbindet die App „Harlybuch-Mystery“ gleich zwei moderne pädagogische Lehrkonzepte miteinander: Unter „Actionbound“ versteht man Apps, die ihre Nutzer zur lehrreichen und unterhaltsamen Touren einladen. Kombiniert wurde dies mit der sog. „Mystery-Methode“, wobei an mehreren Stationen ungeordnete Informationen gesammelt werden müssen, um eine übergeordnete Aufgabe zu lösen.
 
Die felto Filzwelt in Soltau versteht sich als inklusive Einrichtung: sie ist räumlich barrierearm angelegt, arbeitet mit Texten in einfacher Sprache und integriert im täglichen Betrieb Arbeitskräfte einer Behindertenwerkstatt. Mit dem Projekt „Filz-Farben-Fühlen“ will die Filzwelt einen neuen Sinnespfad für beeinträchtigte Menschen anlegen, der neuartige Erfahrungsmöglichkeiten und Erkenntniswege eröffnet. Neben dem Sinnespfad werden in der Dauerausstellung neue Formate bei den Vermittlungsangeboten entwickelt werden.
 
„Babel im Museum“ lautet das Projekt des Kestner Museums zur Sonderausstellung „Beziehungskiste. Über Kommunikation“, die einen kulturübergreifenden Blick auf 6.000 Jahre Geschichte der menschlichen Kommunikation wirft. Mit dem Projekt sollen Jugendliche angeregt werden, sich individuell, nach eigenen Interessen mit dem Ort Museum und den dort präsentierten Objekten zu beschäftigen. Ausgehend von der Ausstellungsabteilung „Vielfalt der Sprachen der Welt“ soll eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen von Sprache angeregt werden. Die Projektergebnisse dieser Diskussion sollen in ein Hörspiel münden. Dieser experimentelle Audioguide soll anschließend die Ausstellung ins Auditive erweitern und mittels lokalem WLAN an den im Museum installierten ShoutBoxen bereitgestellt werden.
 
Das Projekt „Die Turmphilosophen“ vom Ostfriesischen Landesmuseum Emden verwandelt den Rathausturm zu einem generationsübergreifenden Denkort. Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Senioren sollen – angeregt durch die Objekte aus dem Museum – gemeinsam über philosophische Fragen diskutieren. Die Ergebnisse dieses Austausches werden als einzelne Begriffe zeitweise am Rathausturm zu sehen sein. Darüber hinaus wird es eine Broschüre geben, worin außer Fotos von den Teilnehmern und von Objekten aus dem Museum auch die philosophischen Gedanken nachzulesen sind, die während des Projekts entstanden sind. Insgesamt soll das museumspädagogische Projekt die Attraktivität der Dauerausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum in den Fokus rücken. Unterstützt werden die „Turmphilosophen“ von zahlreichen Kooperationspartnern, wie dem Seniorenbeirat der Stadt Emden, dem Kooperationsverbund für besondere Begabungen Emden, dem Zentrum Kinderphilosophie Zwischenahn und vielen weiteren Partnern vor Ort.
 
Die Preisvergaben sind für das Frühjahr 2018 geplant.

Pressekontakt

Martina Fragge
Leitung Kommunikation

Tel: 0511/36 03 - 4 94
Fax: 0511/36 03 - 14 94

Downloads

Diese Pressemitteilung finden Sie hier als PDF zum Herunterladen.

Download