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Dr. Johannes Janssen im Interview

Unprätentiös und nahbar

„Die Promotion war nur eine berufstaktische Entscheidung.“ Und wie er da so sitzt, von Kindheit und Jugend als Sohn eines Berufssoldaten erzählt und von seiner Zeit als Kreisligakicker, fällt es nicht schwer, sich Johannes Janssen in Fußballschuhen vorzustellen, als Vater von zwei heranwachsenden Töchtern und Neu-Besucher im Stadion von Hannover 96.

Vom Kicken zur Kunst

„Bis ich etwa 15 war, galt mein Hauptinteresse dem Fußball, zur Kunst kam ich eher zufällig.“ Bei einem Sonntagsausflug mit seinen Eltern ins Noldemuseum in Sebüll hatte der Gymnasiast sein „Erweckungserlebnis“. „Ich kam rein, sah die vielen Bilder, und das hat diesen Kosmos für mich geöffnet“, erzählt der 50-Jährige. Kurz danach besuchte er die documenta 8 in Kassel, „war völlig hin und weg“ und beschloss auf der Zugrückfahrt, in diesem Bereich zu arbeiten.

Auf der Zielgeraden

Das Abitur in Schleswig war dann nur noch Formsache, es folgten ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik in Kassel, Köln und Bonn sowie diverse berufliche Stationen, zuletzt sieben Jahre als Direktor des Museums Sinclair-Haus für zeitgenössische Kunst in Bad Homburg. „Beim Studium in Kassel erlebte ich viele junge Künstler hautnah, wir organisierten Ausstellungseröffnungen mit Dosenbier und Chips, und mir war schnell klar, dass ich niemals in der Wissenschaft arbeiten werde. Ich brauche was zum Anfassen.“

Im Auftrag der Gesellschaft

Ein durch und durch bodenständiger Typ also - und ein Familienmensch. Da scheint die VGH wie gemacht. „Was wir als VGH und in Partnerschaft mit vielen Institutionen mit der Stiftung leisten, muss immer einen Sinn haben und eine nachhaltige Ausstrahlung“, ist der neue Stiftungsdirektor überzeugt. Und damit meint er nicht nur das positive Image. „Wir haben auch einen gesellschaftlichen Auftrag: Identifikation, Verbindung und Integration.“

Inspirierendes Miteinander

Die VGH-Stiftung wirke in das Land hinein und das komme am Ende auch jedem einzelnen Mitarbeiter zugute. Und: „Wir wollen noch stärker nach innen arbeiten, dabei die Mitarbeiter einbinden und Kunst und Kultur vermitteln.“ Klingt kein bisschen abgehoben, und einem wie Johannes Janssen nimmt man das sofort ab. Man darf gespannt sein, wie sich die VGH-Stiftung unter seiner Leitung weiterentwickelt.

(Text: Gert Deppe)