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Gedächtnistempel im Wätjens Park

Doch erst als der Sohn Parkgründers, Christian Heinrich Wätjen, diesen Park großzügig erweiterte und mit einer Reihe von zeittypischen Bauwerken und Schmuckelementen ausstattete, bekam der Park jene Qualität, die von Zeitgenossen als großartig bezeichnet wurde. Neben dem Landhaus Wätjen, von den Bürgern ehrfürchtig „Schloss“ genannt, sind es viele zum Teil heute noch zu findende seltene Bäume und Sträucher, romantisch verschlungene Wege, Tore und Gitter, weite Wiesenflächen sowie besondere Schmuckelemente, wie ein gusseiserner Brunnen mit einem träumenden Fischerjungen oder Teiche und Steingrotten, die zu bestaunen sind. Als Wätjen im Jahre 1887 starb, waren es die Söhne und Enkel, die Heinrich Müller, den Lieblingsarchitekten des Vaters, 1888 beauftragten, einen Gartentempel zum Gedenken an den Vater und Großvater zu errichten.

Der gesamte Park erlitt über viele Jahrzehnte nach seiner Aufteilung auf den Bremer Vulkan und die Wollkämmerei eine erhebliche Verwahrlosung und wurde erst nach der Übernahme durch die Stadt an den früheren Zustand eines bedeutenden englischen Landschaftsparks herangeführt. Im Jahre 2001 wurde der neoklassizistische Gartentempel gründlich renoviert. Leider war es damals noch nicht möglich, die fehlenden Schmuckvasen wieder aufzusetzen, weil kein erhaltenes Exemplar bekannt war. Durch langwierige Recherchen des Fördervereins Wätjens Park e.V. konnte schließlich eine gut erhaltenes Original gefunden werden, das als Vorbild für die drei anderen Vasen dienen soll. Mit einer erneuten Sanierung des Tempels und der Wiederherstellung der Vasen, wird es nach vielen Jahren endlich wieder möglich sein, den Tempel in seiner alten Gestalt zu bewundern.

Die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten ist für Juni 2019 vorgesehen.

Das Projekt wird unter anderem von der VGH-Stiftung, den Öffentlichen Versicherungen Bremen und cer VGH Regionaldirektion Bremen gefördert.