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LiteraTour Nord: Toursieger Joachim Zelter

„Es geht Joachim Zelter um den Einzelnen und die Masse, um Totalitarismen und Demokratie, um Beziehung und Verführung. Er entlarvt die als so selbstverständlich verteidigten sozialen Blasen der Leistungssportler, der Politiker, des Literaturbetriebes. Zelter beschreibt das Leben – individuell und sozial, präzise beobachtet und sprachlich treffsicher, humorvoll bis zur Satire, aber nie vernichtend. All das macht Joachim Zelter zu einem zeitlosen Autor und zu einer literarischen Ausnahmeerscheinung im Literaturbetrieb“, heißt es in der Begründung der Jury. Der Literaturexperte Alexander Kluy lobte bei der Preisverleihung in einer pointenreichen Laudatio den Preisträger, auch seinen aktuellen Roman „Im Feld“, der ausschlaggebend für die Vergabe des Preises der LiteraTour Nord war.

Höhepunkt des Abends war die Lesung von Joachim Zelter, der einen Teil eines noch unveröffentlichten Romans las. Wirklich lustig, fast satirisch und zugleich ein schonungsloser Blick auf das menschliche Ringen mit den sozialen Zwängen – typisch Zelter, könnte man fast sagen. Wirklich gut, muss man sagen. „Verraten Sie uns noch, wann der Roman erscheinen wird?“, fragte Friedrich v. Lenthe, Vorsitzender des Vorstands der VGH-Stiftung, nach einem lange anhaltenden Applaus. „Nächstes Jahr“, entgegnete Zelter mit der Entschlossenheit eines Autors, der seinen nächsten guten Roman nur noch vom Kopf auf das Blatt bringen muss.  

Die LiteraTour Nord wird von der VGH-Stiftung gefördert.