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Für Jahrtausende verborgen: Das Erdwerk von Wellie

Zur vielfach diskutierten Frage, zu welchem Zweck die Anlagen von den Menschen genutzt wurden, liegt noch keine eindeutige Antwort vor. Geomagnetische Messverfahren, deren Ergebnisse mit den Luftaufnahmen abgeglichen werden sollen und gezielte Bohrungen, die Hinweise auf Tiefe und Verfüllungsprozesse des Erdwerks geben, sollen Erkenntnisse zur Gestaltung und Nutzung der Anlage erbringen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist ein erster maßstabsgerechter Gesamtplan des jungsteinzeitlichen Zentralplatzes mit allen Informationen zu dessen Aufbau und einer möglichen inneren Gliederung – all dies ohne einen Kubikmeter Erde bewegt zu haben.

Neben der Rekonstruktion des Erdwerks, liegt der Fokus des Projekts auf einer zeitlich und kulturell genaueren Einordnung. Durch eine Begehung der Fläche von der Universität Göttingen 2018 konnten bereits über eintausend Oberflächenfunde verzeichnet werden; darunter Feuersteinartefakte, Keramikscherben, einzelne gebrannte Knochen sowie Pfeilspitzen, die genauere kulturelle Zuordnungen zulassen. Derartige Anlagen, kommen im Landkreis Nienburg/Weser äußerst selten vor. Tatsächlich lässt sich die Verbreitung dieses Befundtyps dank des neuen Fundplatzes weiter nach Nordwesten hin belegen, als bisher angenommen. Im März und April 2019 sollen die Forschungsarbeiten der Universität Göttingen aufgenommen werden – und die für Jahrtausende verborgene Geschichte der Region sichtbar machen.

Das Projekt unter anderem von der VGH-Stiftung, der VGH Regionaldirektion Nienburg und der Schaumburger Landschaft gefördert.