Wissenschaft

Ehrenamt trifft Wissenschaft: Die Grabungen auf der Sassenburg bei Gifhorn

Vier Kilometer östlich von Gifhorn liegt an der Aller die Sassenburg, eine frühmittelalterliche Ringwallanlage. Im Gelände ist sie heute kaum noch erkennbar, auf hochauflösenden Laserscans allerdings eindeutig zu lokalisieren.
Dank außergewöhnlich guter Erhaltungsbedingungen konnte durch Holzfunde die Bauzeit der frühmittelalterlichen Befestigung sehr exakt auf die Jahre 994/995 datiert werden. Darüber hinaus legten die archäologischen Fachleute auch Details der Bauweise sowie Funde aus der Steinzeit und dem späten Mittelalter frei. Auch konnte nachgewiesen werden, dass der Platz noch im 14. Jahrhunderts besiedelt war. Nun widmet sich das Grabungsteam der Frage nach der Lage des Burgtores und der Nutzung des Geländes zwischen Ringwallanlage und Aller.

Die Ausgrabungen
Seit 2019 hat die Archäologische Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatverein Gifhorn e.V. in Kooperation mit der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn sowie mit Studierenden der Universität Leipzig mehrere Grabungskampagnen durchgeführt.
Im August 2023 untersucht die Archäologische Arbeitsgemeinschaft während einer 12-tägigen Grabung das Areal des ehemaligen Burgtores und richtet ihre Arbeit dabei konsequent auf das Motto „Ehrenamt trifft Wissenschaft“ aus, das heißt, Freiwillige und Studierende der Archäologie arbeiten auf der Sassenburg Hand in Hand. So wird die Öffentlichkeit direkt am Grabungsverlauf beteiligt und die Studierende der Universität Leipzig können einerseits ihre Grabungserfahrung vertiefen und anderseits in die Betreuung ehrenamtlicher Grabungshelfer eingebunden werden.

Tag der offenen Grabung
Am 12. August, dem „Tag der offenen Grabung“, lädt das Grabungsteam alle Interessierten zu Führungen über das Ausgrabungsgelände ein. Zwischen 12:00 und 17:00 Uhr werden neben den neuesten Erkenntnissen und Funden auch die verschiedenen archäologischen Dokumentationsverfahren vorgestellt.

Gefördert wird das Grabungsvorhaben unter anderem durch die VGH Stiftung.