Wissenschaft

KI in Museen: Bilderkennung unterstützt bei der Verschlagwortung

Museen sammeln und bewahren das kulturelle Erbe der Gesellschaft und verfügen über große Sammlungsbestände. Um diese Kulturschätze zu schützen und gleichzeitig für Forschungs- und Bildungszwecke zugänglich zu machen, müssen die Bestände digitalisiert und verschlagwortet werden. Ein Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt, weil die Informationen einzeln recherchiert und händisch eingegeben werden müssen.

Deshalb hat der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes Göttingen (VZG) gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Dataport das Projekt „KI in Museen“ initiiert. Eine Machbarkeitsstudie sollte zeigen, inwiefern Künstliche Intelligenz bei der Generierung von sogenannten Metadaten helfen kann. Das sind Daten, die die Museumsstücke beschreiben, wie z. B. Herkunft, Material und Alter, und die zur Verschlagwortung von digitalisierten Exponaten dienen.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde das Demo-Tool „reCOINnAIssance“ entwickelt. Als Trainingsobjekte wurden Münzsammlungen gewählt, da die Digitalisierung von Münzbeständen in Museen bereits weit fortgeschritten ist und somit genügend Daten für das Training der KI vorliegen. Bei der Entwicklung der KI wurde eine Methode der Bilderkennung eingesetzt, mit der die Abbilder der Münzen verglichen und auf optische Ähnlichkeit untersucht werden können. Museums-Mitarbeiter*innen müssen dann nur noch die passenden Schlagworte, sogenannte Tags, auswählen. Das spart wertvolle Zeit und Ressourcen.

Die Machbarkeitsstudie zeigt, wie hoch das Potenzial einer solchen KI-Anwendung zur Unterstützung der Generierung von Metadaten in Kultureinrichtungen ist. Die Ähnlichkeitssuche ist auf andere Stempeltyp-Objekte wie z. B. Scheine, Briefmarken oder Siegel erweiterbar und könnte somit auch für Bibliotheken und Archive genutzt werden.

Das Projekt wurde u.a. gefördert durch die die Niedersächsische Sparkassenstiftung zusammen mit der Sparkasse Göttingen, der Sparkasse Hannover und der Landessparkasse zu Oldenburg sowie durch die VGH Stiftung.