Kulturelle Bildung

Wie fühlt sich Sicherheit an? Wie klingt Sicherheit?
Workshops mit dem Künstler Ariel Reichman im Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

Der Künstler Ariel Reichman (geb. 1979 in Johannesburg, Südafrika) setzt sich in seinen Installationen, Skulpturen und Fotografien mit kollektiven und persönlichen Erinnerungen sowie gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. In seiner Ausstellung „Keiner soll frieren“ im Felix-Nussbaum-Haus reflektiert der Künstler ausgehend von dem Werk des 1904 in Osnabrück geborenen und 1944 in Auschwitz ermordeten Malers Felix Nussbaum die Gegenwart im Spiegel der NS-Vergangenheit und geht der Frage nach, ob man Geschichte überwinden kann.

Bis zum 10. Mai 2026 zeigt Reichman in seiner Einzelausstellung Metallskulpturen aus geschmolzenen Nazi-Memorabilien sowie Fotografien von kleinen Papier- und Wachsblumen, die in der Zeit des Nationalsozialismus als Dank für eine Spende an das Winterhilfswerk verschenkt wurden. Ergänzt wird die Präsentation durch einen „Space of Mourning“, einen Raum des bewussten Innehaltens und der kollektiven Trauer, sowie durch die Lichtinstallation „I AM (NOT) SAFE“ an der Fassade des Felix-Nussbaum-Hauses, die mit einem Sockel im Inneren des Hauses verbunden ist, auf dem die Besuchenden per Knopfdruck die Frage „Am I Safe?“ mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten können. 

Ariel Reichman, der während der Apartheid in Südafrika aufwuchs, 1991 nach Israel emigrierte, dort Militärdienst leistete und heute in Berlin lebt, transformiert in seinen künstlerischen Arbeiten historische Artefakte, stellt sie in einen neuen Kontext und setzt sich dabei zugleich mit seinen persönlichen Erfahrungen mit Krieg, Gewalt und kollektiver Unsicherheit auseinander. Während der Laufzeit seiner Ausstellung plant der Künstler für Interessierte zwei Workshops und einen hybriden Vortrag. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die VGH Stiftung fördert das dreiteilige Kunstvermittlungsprogramm, das Ariel Reichman unter dem Titel „Anxious about the situation?“ für das Felix-Nussbaum-Haus entwickelt hat und bei dem die Frage im Mittelpunkt stehen wird, was gegenwärtig ein Gefühl der Sicherheit im Gefühl der Ohnmacht und Angst vermitteln kann.

„Wie fühlt sich Sicherheit an?“, 28. Februar 2026, 13 Uhr
In diesem Workshop wird die Tänzerin Shay Kukui gemeinsam mit dem Künstler verschiedene Körperübungen anleiten und der Frage nachgehen, ob es möglich ist, einen kollektiven Moment der inneren Ruhe in unserer aktuellen politischen und sozialen Situation zu erleben.
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„Wie klingt Sicherheit?”, 28. Februar 2026, 15 Uhr
Die Musikerin Shabnam Parvaresh und Ariel Reichman werden mit den Teilnehmenden des Workshops der Frage nachgehen wie Sicherheit klingt und werden subjektive und kollektive Klänge des „Sich-sicher-fühlens„ erforschen.
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„Emotionales Erbe und das Vermächtnis von Traumata“, 1. März, 14 Uhr
Die Psychoanalytikerin Dr. Galit Atlas untersucht in ihrem Vortrag wie die unbewussten Verbindungen zu den Traumata unserer Vorfahren unser emotionales Erleben und Verhalten beeinflussen können.
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Link zur Online-Teilnahme:
Talk with Dr. Galit Atlas & Ariel Reichman: Emotional inheritance and the legacy of trauma | Emotionales Erbe und das Vermächtnis von Traumata

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