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Digitale Kunstvermittlung

Kristina Sinn, Kunstverein Hannover

Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln, Schließungen – ist da noch Raum für Kunst? „Aber unbedingt!“, findet Kristina Sinn, die im Kunstverein Hannover für die Vermittlung zuständig ist.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen hat sie während der Pandemie das Vermittlungsprogramm „Kunstkontakte“ zu „Kontaktlos Kunst“ weiterentwickelt und viele der zuvor analog stattfindenden Kunstvermittlungsangebote ins Digitale transferiert. Eine große Umstellung? „Überhaupt nicht! Wir haben uns bereits vor einigen Jahren auf den digitalen Weg gemacht und viele Projekte vor Ort mit digitalen Medien kombiniert. So gibt es zum Beispiel zu jeder Ausstellung einen sogenannten Kunstparkour. Mit dem Tablet in der Hand schicken wir unsere Besucherinnen und Besucher auf eine digitale Schnitzeljagd. Das geht auch alleine und mit Abstand.“

Virtuell statt vor Ort

Die beliebten „Kunsttauchkurse“ im Kunstverein Hannover finden aktuell als „Kunstsurfkurse“ rein digital statt. Unter der Leitung einer Künstlerin können Kinder per Videochat gemeinsam Kunsterfahrungen sammeln. Etwas zum Anfassen gibt’s auch: Jeder hat vorab ein Materialpaket per Post erhalten, das nun unter einem gemeinsamen Motto entdeckt wird.
„Die Kunstsurfkurse werden jeden zweiten Samstag angeboten und super angenommen. Teilweise haben wir sogar Kinder aus anderen Bundesländern dabei,“ sagt Sinn.

Auch auf der Internetseite des Kunstvereins ist während der coronabedingten Schließungszeit einiges los: Unter dem Motto „Mit Abstand am besten“ werden hier regelmäßig neue Inhalte aufbereitet und präsentiert.

Großes Angebot, breite Zielgruppe

Das Vermittlungsangebot des Kunstvereins Hannover mit Sitz in der Sophienstraße ist vielfältig und richtet sich sowohl an Kinder und Jugendliche wie auch an erwachsene Interessierte und Personen mit Hörschädigung. Über die vielen Jahre des Vermittlungsengagements sind zahlreiche Kooperationen entstanden, beispielsweise mit Kindergärten, Schulen, der Hochschule Hannover und den Herrenhäuser Gärten.

Leandra Busch, Kunstverein Hannover

Blick in die Zukunft

An die Zeit auf dem Weg in eine Normalität ist im Kunstverein Hannover bereits gedacht: „Mit unserem Kunstparkour, bei dem Zusatzinformationen zur Ausstellung digital bereitgestellt werden, können wir beispielsweise Gruppenführungen ersetzen. Auch wird zu jeder Ausstellung eine virtuelle Führung ‚von Kindern für Kinder‘ vorbereitet. Wir hoffen,“ so Kristina Sinn, „dass wir bald wieder für Besucherinnen und Besucher öffnen und sie an unserer hybriden Kunstvermittlung teilhaben lassen können.“

Vermittlungsprogramm 2021

  • „Kunstsurfkurse“ für Kinder
  • „Von Kindern für Kinder“ – digitales Eintauchen in die Ausstellungen
  • Digitale Herbstausstellung, kuratiert von Schülerinnen und Schülern
  • „Open Space“ – Treffpunkt und Arbeitsraum
  • „Kunstparkour“ – digitale Schnitzeljagd
  • Kooperationen mit Partnerkindergärten, Partnerschulen, Hochschule Hannover, Kulturbüro Südstadt und den Herrenhäuser Gärten
  • „KunstKontakte“ – Einblicke in den Ausstellungsbetrieb für Schülerinnen und Schüler
  • Ferienprogramme
  • „Kunstparkett“ – Austausch und Plattform zu aktuellen Themen und Fragestellungen
  • Führungen (Dialogführungen, kuratorische Führungen, Führungen am Sonntag, Gruppenführungen, Sonderführungen)
  • „Kunststoff“ – Austausch und Diskussionen von jungen Menschen für junge Menschen
  • Angebote für Besucherinnen und Besucher mit Hörschädigung
  • „Augenschmaus“ – thematische Kurzführung zur Mittagszeit
  • „Talking Labels“ – Kunstvermittlerinnen und -vermittler informieren bei Eröffnungen/Veranstaltungen
  • „Sophie’s Afterwork“ – geselliger Kunstgenuss mit Rahmenprogramm

Es kann bei den geplanten Angeboten zu coronabedingten Einschränkungen kommen.

 

Text und Video: Anna Stella Bonin
Fotos: wie gekennzeichnet (mouseover)

Gestaltung und Umsetzung: Jörg Zimmermann